Starker Landkreis – Starke Wirtschaft

Der Landkreis Saarlouis ist ein dynamischer Wirtschaftsstandort. Früher waren Kohle und Stahl die Lebensadern unserer Region. Heute ist die Stahlindustrie neben dem Automobilbau immer noch einer unserer größten Wirtschaftsmotoren.
In vielen Gewerbegebieten vereinen sich zudem die Bereiche Maschinen- und Anlagenbau, Automotive, Logistik und Handel. Kleine und mittelständische Firmen arbeiten hier Hand in Hand mit weltweit erfolgreichen Großunternehmen.

Das größte Industriegebiet im südwestdeutschen Raum entsteht zurzeit auf dem Lisdorfer Berg in direkter Nachbarschaft zur größten Freiflächenphotovoltaikanlage des Saarlandes.

Weil hier arbeiten auch Lebensqualität bedeutet

Unsere Unternehmen produzieren für die Weltklasse und sind gleichzeitig vernetzt in die Region. Als Landkreis sorgen wir für optimale Rahmenbedingungen, damit die Menschen, die hier leben und arbeiten, sehr gut von dieser Kombination profitieren können.

Die Kita-Kinderland Einrichtungen des Landkreises zum Beispiel bieten verlängerte Öffnungszeiten für Eltern im Schichtdienst. Außerdem investieren wir viel in Bildung und Ideen: 28 weiterführende Schulen in Trägerschaft des Landkreises ermöglichen gerechte Startchancen und unser Schülerforschungszentrumsteht allen jungen Menschen offen.

Eine Region zeigt, was sie kann

Dynamisch, innovativ und mit hohem Wohlfühl-Faktor:
Landrat Patrik Lauer über die besondere Anziehungskraft des Landkreises Saarlouis

Ankommen und gerne heimkommen

Ob nach getaner Arbeit oder am Ende eines Urlaubs: Wir kommen gerne heim. Das gilt auch für diejenigen, die länger weg waren. Deutschlandweit liegt der Landkreis Saarlouis bei den „Berufsrückkehrern“ auf dem vierten Platz – und dafür gibt es auch gute Gründe. Ein paar freie Stunden nutzen und nochmal schnell ins Grüne, das ist bei uns kein Problem. Wir arbeiten Tür-an-Tür mit Wald, Wiesen und Entspannung. Industrie und Naherholung sind bei uns nämlich keine Gegensätze. Ihr Zusammenspiel macht den Landkreis unverwechselbar und verleiht der Region ihren besonderen Charme.

Ein Stück innovative Heimat

Wir bleiben unseren Wurzeln treu und sind gleichzeitig offen für Neues. Forschung und Technik werden hier großgeschrieben, ohne den Blick auf Beständiges zu verlieren. Dadurch ist uns der wirtschaftliche Strukturwandel geglückt und das macht die Region zu einem wichtigen Bezugspunkt – nicht nur für Unternehmen. Der Landkreis hat Anziehungskraft: Unsere Übernachtungszahlen im Tourismus boomen. Dafür haben wir unser touristisches Angebot vor einigen Jahren vom Kopf auf die Füße gestellt. Unter dem Motto „Rendezvous Saarlouis“ genießen Gäste den Landkreis über den Wolken, auf dem Wasser und in der Natur.

Zuhause mit Wohlfühlgefühl

Attraktive Arbeitsplätze und viel Natur sind es nämlich nicht allein. Wer zu uns kommt – und das sagen viele, die zu Besuch waren – erlebt ein besonderes Wohlfühlgefühl. Es ist die Art und Weise, wie wir das Leben genießen. „Savoir vivre“ beim Wandern auf einer unserer Traumschleifen, beim Einkehren in einer der Top-Gastronomien aufgeschlossene Menschen  erleben oder 200 Jahre Landkreis-Kultur genießen – in Kombination mit guter Arbeit macht das die Region um Saarlouis zum Zuhause und Fachkräfte von außen neugierig auf den Landkreis und seine Unternehmen.

Kultur erleben in der Europastadt Saarlouis

Die Stadt Saarlouis verfügt über ein außerordentlich facettenreiches Kulturangebot

Vom Schauspiel über Oper oder Musical bis zu Lesungen, Konzerten und weiteren Festveranstaltungen: Im Herzen der Saarlouiser Kultur steht das Theater am Ring mit seinem Theatersaal mit Orchestergraben und dem großem Festsaal, mit dem Studio im Retro-Charme der späten 50er-Jahre oder dem Dachgarten mit seiner wundervollen Aussicht über die Dächer der Stadt.

Auch Kulturverwaltung, Stadtbibliothek und Volkshochschule sind hieruntergebracht. Bei den Festungstagen wird das Erbe der historischen Festungsstadt erlebbar, wenn Vaubaninsel, Wallgraben und das neu gestaltete Areal am Ravelin VI im Fokus stehen. Spannende Ausstellungen verschiedener Kunstgattungen sowie zur Stadtgeschichte zeigen die Museen in der Kaserne VI: Die Ludwig Galerie und das Städtische Museum. Hier zu Hause ist auch Wassergott Fluxus, der Stadtgeschichte als Comic erzählt. Eine Besonderheit in Saarlouis ist das Institut für aktuelle Kunst mit Forschungszentrum für Künstlernachlässe:

Ein Forschungsschwerpunkt liegt hier auf Kunst im öffentlichen Raum in der gesamten Region sowie auf dem Umgang mit Nachlässen verstorbener Künstler. Mit den Kunsthöfen und dem Kunstraum ist das Institut zugleich auch Ort für hochkarätige Kunstausstellungen. Darüber hinaus erfreut sich Saarlouis einer pulsierenden Kulturszene mit Tanz, Theater, Chören und Orchestern, mit Künstlern, Künstlergruppen und der Freien Kunstschule Saarlouis, die auf vielfältige Weise im städtischen Leben eingebunden sind. Mit dem Stadtverband der kulturellen Vereine gibt es hier einen aktiven Dachverband, der unter anderem zu seinen jährlichen Sommerkonzerten einlädt. Mit zahlreichen Akteuren und hochklassigen Veranstaltungen hat auch die Kirchenmusik eine besondere Bedeutung in Saarlouis.

Zentral gelegen und bestens angebunden

Der Kreis Saarlouis liegt im Zentrum internationaler Warenflüsse

Mit den Autobahnen A 1, A 8, A 620 und A 6 ist die Anbindung an wichtige Wirtschaftsregionen gewährleistet. Eine schnelle Bahnverbindung in die Metropolen Frankreichs besteht via Saarbrücken. Die Flughäfen Saarbrücken und Luxemburg sind gut erreichbar und der Industriehafen Saarlouis/Dillingen, Deutschlands drittgrößter Binnenhafen, trägt ebenfalls dazu bei, dass der Wirtschaftsraum Saarlouis die Position eines Warendrehkreuzes und eines idealen Standortes für Logistikdienstleister eingenommen hat. Im Westen stellt die A 8 von Luxemburg über Saarlouis die Verbindung nach Mannheim und Karlsruhe her. Über die A 620 und die A 6 wird die Anbindung an den wichtigen französischen Markt erreicht. Die B 269 zwischen Saarlouis und der französischen Grenze bis nach St. Avold in Frankreich bringt der Kreisstadt Saarlouis den Anschluss an das französische Autobahnnetz. Im Osten führt die A 1 über Trier ins Ruhrgebiet. Auch per Bahn kommen Waren zum einen über die Trasse „Koblenz-Trier-Saarbrücken“, aber auch über die Verbindung „Mannheim-Kaiserslautern -Saarbrücken-Saarlouis“ schnell an ihren Bestimmungsort. Via ICE und TGV ist man über Saarbrücken in rund zwei Stunden in Paris.

Mit dem bedeutenden Industriehafen Saarlouis/Dillingen hat der Kreis über die ausgebaute Saar Anschluss an das internationale Wasserstraßennetz. Der Hafen ist ans Schienennetz mit der Bahnstrecke Saarbrücken-Trier gekoppelt und besitzt einen Autobahnanschluss zur A 8 und A 620.

Besser leben im Alter durch Technik

Der Landkreis zeigt Perspektiven für ein generationengerechtes Leben auf

Der demografische Wandel ist eine große Herausforderung für den Landkreis Saarlouis: Bis zum Jahr 2050 werden 60 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner das Seniorenalter erreicht haben und zumindest teilweise Unterstützung benötigen. Bereits heuteleben im Landkreis 56 Prozent der über 80-Jährigen allein im eigenen Haushalt. Mit dem Thema: „Wohnen im Alter“ beschäftigt sich das Amt für Soziale Dienste und Einrichtungen im Landkreis Saarlouis unter der Amtsleiterin Christine Ney. Hier angesiedelt wurde – mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung, Forschung und Entwicklung – die kommunale Beratungsstelle „Besser leben im Alter durch Technik“. Inzwischen gibt es viele technische Produkte und Dienstleistungen, die nicht nur die Bewältigung des Alltags erleichtern, sondern auch zur Erhaltung von Gesundheit und Sicherheit beitragen.Zusammengefasst werden die Hilfsmittel und Konzepte unter dem Begriff „Alltagsunterstützende Assistenz-Lösungen“(Assisted Ambient Living, kurz AAL).

Christine Ney: „Der Einsatz von technischen Hilfsmitteln ermöglicht vielen Menschen ein längeres und selbstbestimmtes Leben zuhause. Allerdings sind diese Möglichkeiten den potenziellen Anwendern nur zu einem geringen Teil bekannt. Das ändern wir mit unserer kommunalen Beratungsstelle ‘Besser leben im Alter durch Technik‘.“ Christine Ney und ihr Team veranstalten regelmäßig Informations und Diskussionsveranstaltungen im Landkreis und arbeiten mit Handwerkskammern und Forschungseinrichtungen wie z.B. der HTW in Saarbrücken zusammen. Sie gehen vor Ort in die Kommunen, besuchen Seniorentreffen und Vereine und beraten die Menschen im Landkreis Saarlouis kostenlos zum Thema barrierefreie Umgestaltung der Wohnungen.Das Team informiert über die Bezugsmöglichkeiten der entsprechenden Produkte und hilft weiter, wenn es um Fördermöglichkeiten geht.Doch AAL-Beratung ist mehr als Technikberatung. Christine Ney betont: „AAL-Technik muss dem Anwender erklärt werden und es muss ein gut funktionierendes Dienstleistungsangebot um die Technik herum existieren. Technische Assistenzsysteme werden sich nur dann verbreiten, wenn die Anwender bereit sind, diese in ihren Alltag zu integrieren“. Es gilt, die Menschen zu motivieren, ihr Leben durch Einsatz von Technik komfortabler zu gestalten und einen längeren Verbleib im gewohnten Lebensumfeld zu ermöglichen – für ein generationengerechtesund selbstbestimmtes Leben. Alltagsunterstützende Assistenz-Lösungen Unter Alltagsunterstützende Assistenz-Lösungen (Assisted Ambient Living, AAL) versteht man das Zusammenwirken von modernen technischen Systemen der Kommunikations- und Gebäudesystemtechnik sowie von Angeboten aus den Bereichen der Sozial- und Gesundheitsberufe, des Handwerks und der haushaltsnahen Dienstleister zu einem übergreifenden Netzwerk mit einem gemeinsamen Dienstleistungsportfolio. Ziel ist es, insbesondere älteren oder behinderten Menschen möglichst lange ein unabhängiges und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

Anwendungen sind zum Beispiel Sturzmeldesysteme oder automatische Erinnerungen zur Medikamenteneinnahme.

„Wir müssen auch an die zukünftigen Generationen denken“

Mit einer Kapazität von 10,4 Millionen Watt steht auf dem Gelände des Linslerhof der Familie Wendelin von Boch die größte Solarkraft-Anlage des Saarlandes. Wendelin von Boch im Gespräch über sein Engagement für Nachhaltigkeit und erneuerbare Energien. Herr von Boch, was bedeutet für Sie Nachhaltigkeit?

Wendelin von Boch: Das Thema „Nachhaltigkeit“ ist für mich persönlich immer ein großes Anliegen gewesen. Meine Familie hat sich seit vielen Generationen mit Land- und Forstwirtschaft befasst und das keramische Unternehmen Villeroy & Boch seit 70 Jahren nach den Prinzipien der Nachhaltigkeit geführt. Nachhaltigkeit heißt, dass alle Entscheidungen auf ihre langfristige Wirkung hin überprüft werden müssen.

Haben unsere Kinder und Enkel noch einen Nutzen daraus? Ist das, was wir tun umweltverträglich? Nützt es der Region und den Menschen die dort leben und arbeiten?Spielen erneuerbare Energien in einem Konzept des nachhaltigen Wirtschaftens eine Rolle?

Wendelin von Boch: Aus meiner Sicht ist heute eine erfolgreiche Zukunft ohne den Ausbau erneuerbarer Energien nicht mehr denkbar. Das gilt nicht nur für die Reduzierung von umweltschädlichem CO2, sondern auch für die Befreiung von der Abhängigkeit von russischen Gas- und Ölimporten, aus dem nach wie vor unsicheren mittleren Osten. Wir müssen auch an die zukünftigen Generationen denken.

Sie betreiben auf dem Linslerhof die größte Solarkraft-Anlage des Saarlandes. Warum haben Sie diesen Standort gewählt, hätte es eine Alternative gegeben, z.B. im Landkreis Merzig Wadern?

Wendelin von Boch: Ohne Förderung war ein erfolgreicher Einstieg in die Energiewende nicht denkbar. Die Flächenunmittelbar neben der Bahnstrecke zwischen Differten und Überherrn, die durch das Gelände des Linslerhof führt, erfüllten diese Fördervoraussetzungen, so gesehen gab es keine sinnvolle Alternative. Und: Das Solarkraftwerk ist nicht nur ein guter Gewerbesteuerzahler, sondern versorgt im Landkreis Saarlouis circa 2 600 4-Personen Haushalte mit sauberem Strom.

Gibt es über das Solarkraftwerk hinaus weitere Ansätze zum Thema Nachhaltigkeit auf dem Linslerhof?

Wendelin von Boch: Wir betreiben auf dem Linslerhofneben dem Solarkraftwerk eine Dach Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 500KW und in Britten, im Kreis Merzig-Wadern, mehrere Windkraftanlagen. Die regionale Versorgung mit Biogemüseanbau auf dem Linslerhof ist leider gescheitert, weil die Genehmigung einer Bewässerung eines solchen Gemüseanbaus durch eine Wasserentnahme aus der Bist versagt wurde. Hinzu kommt, dass relativ große Flächen nördlich und südlich der Bist der Natur überlassen wurden, d.h. von uns heute gar nicht mehr oder nur noch sehr extensiv bewirtschaftet werden.

Sie unterhalten heute auf dem Linslerhof ein Hotel, ein Restaurant und eine Jagdschule. Verfolgen Sie auch dort die Prinzipien der Nachhaltigkeit?

Wendelin von Boch: Der Hotel- und Gastronomiebetrieb mit vielen Tagungen und Hochzeiten, der verpachteten Jagdschule mit Schießstand und Falknerei sind zu einem bedeutenden Touristischen Anziehungspunkt geworden. Ich würde das als „sanften“ Tourismus bezeichnen. Wir beschäftigen auf dem Linslerhof heute bis zu 100 Mitarbeiter. Zwischen 25 000 und 30 000 Gäste – zunehmend auch aus dem Ausland – übernachten jährlich auf dem Linslerhof und was die Jagdschule betrifft, in benachbarten Hotels und Pensionen. Wir freuen uns Gastgeber zu sein für bis zu 25 000 Besucher unserer Gartenträume oder des ADAC Oldtimertreffens, die in den historischen Gemäuern Entspannung finden. Von all dem geht eine nachhaltige Wirkung aus, nicht nur für den traditionellen Gutshof – den unsere Familie seitsechs Generationen bewirtschaftet – sondern darüber hinaus für unseren schönen Landkreis und für das gesamte Saarland.

Interview: Jörg Huppert
Foto: Anne Grossmann Fotografie

Wirtschaft und Umwelt im Einklang

Netzwerken für die Energiewende im Landkreis Saarlouis

Bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags EnergieEffizienz-Netzwerk für das Handwerk: UWZ-Geschäftsführer Hans-Ulrich Thalhofer, Landrat Patrik Lauer und HWK-Präsident Bernd Wegner (vorne v.l.n.r.). Hinten v.l.n.r.: Netzwerk-Moderatorin
Sabine Zägel, WFUS-Geschäftsführer Jürgen Pohl und Ralf Rupp, Klimaschutzmanager des Landkreises Saarlouis.

Im November des Jahres 2015 startete im Landkreises Saarlouis und den 13 Städten und Gemeinden ein EnergieEffizienz-Netzwerk. Fachlich und partnerschaftlich unterstützt wird das Netzwerk neben den Energieberatern der Kommunen, dem Gebäudeenergieberater Verein GEB und der Verbraucherzentrale des Saarlandes von der Handwerkskammer des Saarlandes (HWK) sowie der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises Saarlouis. Die kommunalen Netzwerkpartner arbeiten bei der Stabsstelle Klimaschutz des Landkreises Saarlouis unter der Koordination von Klimaschutzmanager Ralf Rupp gemeinsam an dem Ziel, als Landkreis Saarlouis bis zum Jahr 2050 klimaneutral aufgestellt zu sein. Erreicht werden soll dieses Ziel unter anderem durch kostenlose Energieberatungen, regelmäßige Infoveranstaltungen und Vorträge rund um das Thema Energieeffizienz, die in allen Städten und Gemeinden des Landkreises Saarlouis angeboten werden. Die privaten Haushalte besitzen ein hohes Energieeinsparpotential, jeder Verbraucher kann viel dafür tun, die Energiewende zu erreichen.

Aber auch die Wirtschaft ist gefragt, insbesondere ohne das Handwerk wird eine echte Energiewende nicht gelingen. Daher haben die Stabsstelle Klimaschutz des Landkreises Saarlouis, die HWK und das Saar-Lor-Lux-Umweltzentrum(UWZ) im Januar 2018 den Startschuss für ein „EnergieEffizienz-Netzwerk für das Handwerk“ im Landkreis Saarlouis gegeben – als erstes seiner Art ein Modellprojekt im Saarland. Ziel dieses Netzwerkes ist es, Handwerksbetriebe kostenfrei zu Maßnahmen zu beraten, die das Klima schonen und gleichzeitig Geld einsparen. Nach den Kriterien der bundesweiten Initiative Energieeffizienz-Netzwerke müssen einem solchen Netzwerk mindestens fünf Handwerksbetriebe angehören. Für jeden Betrieb werden nach ausführlicher Bestandsaufnahme individuelle Maßnahmen definiert, die sicherstellen, dass er passgenaue Lösungen erhält, die für ihn realistisch umzusetzen sind.

Die Energieeinsparmaßnahmen werden durch das UWZ über die gesamte Laufzeit begleitet und mittels eines Monitorings festgehalten. In einem Netzwerkarbeitsbuch werden die Energiedaten des Betriebs gesammelt und aufbereitet. Das Arbeitsbuch stellt auch unter betriebswirtschaftlichen Aspekten eine fundierte Grundlage für Energieeffizienzmaßnahmen im Betrieb dar und bietet Unterstützung bei der Buchhaltung der Handwerksunternehmen. Die Kosten für die vorerst geplante Netzwerk-Laufzeit von zwei Jahren werden hälftig von der HWK und dem Landkreis übernommen.

Erfolgsgeschichte Lisdorfer Berg

Das Industriegebiet Lisdorfer Berg bietet Raum für wirtschaftliche Aktivitäten

Der Lisdorfer Berg bei Saarlouis ist eine der größten Ansiedlungsflächen im Südwesten Deutschlands und eine Erfolgsgeschichte für den Wirtschaftsstandort Saarland. Zahlreiche Unternehmen haben sich in der Vergangenheit hier angesiedelt, sie sorgen für Wachstum und Beschäftigung und damit für ein Stück Zukunft in der gesamten Region. Auf Grund seiner Lageunweit der deutsch-französischenGrenze und der guten, leistungsfähigen Verkehrsinfrastruktur ist der Standort auch für größere industrielleNeuansiedlungen geeignet, denn wirtschaftliche Aktivität braucht Raum zur Entfaltung. Neben weiteren Standortfaktoren war dies auch ausschlaggebend dafür, dass sich der nordrheinwestfälische Küchenhersteller nobilia für den Lisdorfer Berg entschieden hat.

Hier kommt der deutschlandweite Marktführer für Küchenmöbel seinen Kunden in Frankreich und in weiteren südeuropäischen Ländern geografisch ein gutes Stück

2013

2014

2015

2016

2017

2018

Zuwachs für das Kinderland

Eine Erfolgsgeschichte wird weitergeführt

Vermehrt gehen Kommunen dazu über, die Betreuungsstrukturen ihrer Kita-Einrichtungen an die Bedarfe von berufstätigen Eltern anzupassen. Insbesondere im Schichtdienst arbeitende Menschen müssen sich dann nicht mehr zwangsläufig zwischen Familie und Beruf entscheiden. Mit ihren ausgedehnten Betreuungszeiten von fünf bis 22.30 Uhr an Werktagen, an Wochenenden je nach Bedarf, sind die beiden Kita-Kinderland Einrichtungen auf dem Campus Nobel in Saarwellingen hier Vorreiter und immer noch einzigartig im Saarland. Betreut werden Kinder ab der achten Woche bis zum Grundschulalter, so dass auch frisch gebackene Eltern den Weg zurück in die Arbeitswelt finden können. Beide Einrichtungen verfügen über insgesamt 88  Krippen- und 100 Kindergartenganztagsplätze. Doch die Nachfrage nach Ganztagsplätzen für Kinder ist nicht nur saarlandweit, sondern auch im Landkreis Saarlouis enorm gestiegen. Daher entsteht nun in direkter Nachbarschaft zu den beiden vorhandenen Häusern das Kita-Kinderland III, ebenfalls in Trägerschaft des Landkreises Saarlouis. Landrat Patrik Lauer betont:

„Mit den neuen Plätzen führen wir eine Erfolgsgeschichte weiter, denn in den Kinderland Einrichtungen schaffen wir nicht nur eine optimale pädagogische Betreuung für die Kleinen, wir setzen auch verstärkt auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.“ Kinderland III mit einer Grundstücksfläche von ca. 3 100 Quadratmetern ist neben den beiden Vorgängern gelegen und zweistöckig gebaut. Die Gesamtfläche beträgt 980 Quadratmeter, in vier altersgemischten Guppen entstehen bis zu 24 neue Krippen- und 48 neue Kitaplätze. Das Gebäude ist eigenständig angelegt, beispielsweise mit eigener Küche. Und auch hier gelten die ausgedehnten Betreuungszeiten. Weitere Gemeinsamkeit: Viele verschiedene pädagogische Elemente vereinen sich in den Einrichtungen zu einem idealen Gesamtkonzept, das ständig in Bewegung ist. Maren Jung, verantwortlich für die pädagogische Leitung, weiß, wie wichtig es ist, auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder einzugehen: „Wir brauchen auch Routine und feste Rituale, die den Kindern Stabilität geben – insbesondere, wenn sie aufgrund des Dienstplans der Eltern nicht zu festen Zeiten zu uns kommen können.“ Ralf Weber,

Geschäftsführer KITA Kinderland gGmbH im Kreis Saarlouis betont: „Im Vordergrund steht bei uns immer das Wohl der Kinder. In Kombination mit den Bedarfen der Eltern wird dann auch für uns ein Schuh daraus und wir können ein ganz individuelles Betreuungskonzept für das Kind erstellen.“

Fragen, Forschen und Antworten finden

Schülerlabore haben sich in den letzten Jahren als wichtige Säule des Bildungssystems etabliert

Spannende Themen aus dem MINT-Bereich können Schulklassen, Schülerteams oder einzelne Schülerinnen und Schüler im Schülerforschungszentrum in Saarlouis bearbeiten. Von der Grundschule bis zu gymnasialen Oberstufe bietet das Forschungszentrum in Trägerschaft des Landkreises die Gelegenheit, selbstständig zu experimentieren und zu forschen. Unter einem Dach finden sich die Schülerlabore SinnTec, EnerTec, RoboTec und sam. Hinzu kommt das Kleine Forscher Labor und matS – das Mathematik Schülerlabor. Ein Förderverein, in dem Partner aus Industrie und Verbänden, dem Kreis Saarlouis, den Schulen des Landkreises, dem Ministerium für Bildung und Kultur sowie der Universität des Saarlandes mitarbeiten, unterstützt die Arbeit. Das Schülerlabor SinnTec ermöglicht den jungen Forschern einen Zugang zur verborgenen Technik von Sensoren – also „technischer Sinnesorgane“, die heute bereits in vielen Alltagsgegenständen eingesetzt werden, beispielsweise in Handys mit Neigungssensoren zur Einstellung der Bildschirmorientierung. Spaß und Faszination an Themengebieten der Technik zu wecken ist das Ziel des Schülerlabors EnerTec. In einem echten Forschungsumfeld lernen Schülerinnen und Schüler im Labor verschiedene Technologien kennen, mit den enerneuerbaren Energien umgewandelt und genutzt werden können, zum Beispiel im Bereich Photovoltaik. Im Schülerlabor RoboTec lernen die Teilnehmer in verschiedenen Workshops, wie man mit Hilfe eines Tools einfache Apps testen und direkt auf dem eigenen Android Smartphone integrieren kann.

Das Schülerlabor der Materialwissenschaft SAM bietet Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, durch eigenes Experimentieren die Schlüsseldisziplin Materialwissenschaft kennen zu lernen. Das Kleine Forscher Labor dient Kindern im Vorschulalter sowie Schülerinnen und Schülern der Grundschule als Einstieg in die Naturwissenschaften. Im Mathe Schülerlabor matS werden keine Gleichungen oder Rechenaufgaben gelöst. Schülerinnen und Schüler lernen hier vielmehr den Umgang mit dem Geometrie- und Algebraprogramm GeoGebra sowie die Nutzung von Word für das Mathe-Merkheft und PowerPoint für die geschickte Visualisierung von mathematischen Beweisen. Im Saarlouiser Schülerforschungszentrum werden Schülerinnen und Schüler an zukunftsträchtige Themen aus den Bereichen Naturwissenschaft und Technik herangeführt.

Durch die Einbindung regionaler Unternehmen kann die Wirtschaft frühzeitig mit dem Nachwuchs in Kontakt treten – wichtig für den Landkreis als führenden Wirtschaftsstandort.

Kinder entdecken die Wirtschaft

Die Grundschulkinder von heute sind die Fachkräfte von (über)morgen

Im Jahr 2013 startete im Landkreis Saarlouis erstmals das Projekt „KieWi – Kinder entdecken Wirtschaft“. Organisiert und durchgeführt wird es von Manfred Krämer von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Untere Saar (WFUS). Ziel des Projektes ist es, Schülerinnen und Schüler bereits im Grundschulalter für das Thema Wirtschaft im Allgemeinen und speziell für die Wirtschaftsstrukturen im Landkreis Saarlouis zu interessieren. Denn vor dem Hintergrund des demografischen Wandels haben gerade kleine und mittlere Unternehmen zunehmend Probleme, geeignet  Nachwuchskräfte zu finden. KieWi soll bereits frühzeitig auf die vielfältigen und attraktiven Berufschancen speziell im Landkreis aufmerksam machen.
Es vermittelt den Schülerinnen und Schülern, wie gut die Region um Saarlouis wirtschaftlich aufgestellt ist und bringt die Betriebe mit jungen Menschen in Kontakt. Manfred Krämer: „Mit dem Projekt verbinde ich die Idee, schon den Jüngsten zu zeigen, wie Wirtschaft funktioniert. Für weiterführende Schulen gibt es zahlreiche Angebote im Bereich der Berufsfindung, für Grundschüler noch nicht. Mit KieWi haben wir ein solches Angebot geschaffen.“ So wie die Wirtschaft aus drei Säulen besteht – Handel, Dienstleistung und Gewerbe – ruht auch das Projekt KieWi auf drei Säulen: Theorie, Praxis und Ergebnispräsentation. Aufbauend auf den Sachkundeunterricht der Grundschüler beziehungsweise dem Sachkundebuch „Saarland – Wirtschaft und Verkehr“, werden den Teilnehmern in einer 90-minütigen Unterrichtseinheit zunächst allgemeine Informationen über das Thema Wirtschaft vermittelt. Sie erfahren beispielsweise wie Wirtschaftsabläufe entstehen oder worin sich Industrie- und Gewerbegebiete voneinander unterscheiden.

Doch Theorie alleine macht keinen Spaß, daher werden den Schülerinnen und Schülern im zweiten Teil von KieWi während einer Bus-Exkursion einige der im Unterricht aufgezeigten Industrie- und Gewerbegebiete mit den dort ansässigen Unternehmen kurz vorgestellt. Zum Programm gehört auch eine Firmenbesichtigung, bei der die Kids das Thema „Wirtschaft“ hautnah kennenlernen.
Im letzten Abschnitt des Projektes bringen die Teilnehmerin Form einer Gruppenarbeit während des  Sachkundeunterrichtes die Ergebnisse und Erkenntnisse kreativ zu Papier. In einer Abschlussveranstaltung präsentieren dann die Schüler ihre Arbeiten „vor großem Publikum“.

Eingeladen werden der Landrat, der jeweilige Bürgermeister der Gemeinde, die Vertreter der teilnehmenden Firmen, die jeweilige Schulleitung sowie die Eltern der Schülerinnen und Schülern.

Handel auf Augenhöhe mit den Erzeugern

Der Fairtrade-Gedanke hat im Landkreis Wurzeln geschlagen

Fairtrade-Stadt Saarlouis, Fairtrade-Landkreis Saarlouis – kann man mit solchen Projekten die Welt retten? Alleine nicht, daher ist es wichtig, viele Mitstreiter zu gewinnen. Und im Landkreis setzen sich immer mehr Menschen mit der Herkunft und Produktionsweise ihrer alltäglichen Produkte auseinander. Eine Fairtrade-zertifizierte Stadt oder Gemeinde fördert Kleinbauernorganisationen, Plantagen und Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, also von der Produktion über den Vertrieb bis zum Einzelhandel, um eine nachhaltige Entwicklung in den Entwicklungs- und Schwellenländern anzustoßen. Die Fairtrade-Standards, die die Produzenten erfüllen müssen, schließen soziale und ökologische Bedingungen ebenso ein wie ökonomische Produktionskriterien. Nur mit dem Fairtrade-Siegel der Fairtrade Labelling Organisation (FLO) gelabelte Produkte garantieren, dass diese Standards eingehalten werden und die Prämien wie Leistungen tatsächlich bei Bauern, Herstellern und Händlern ankommen. Fairtrade soll nicht nur auf spektakuläre Einzelmaßnahmen beschränkt bleiben, sondern Teil des alltäglichen Lebens werden. Fair gehandelter Kaffee und Tee, Bananen und Kakao, Textilien oder Geschenkartikel finden sich daher inzwischen überall im Landkreis und viele Menschen beschäftigen sich in Projekten mit dem Thema.

Landrat Patrik Lauer: „Unser Landkreis setzt Impulse für die ganze Welt. In einer großen Gemeinschaft mit Städten wie London, Rom und Brüssel arbeiten wir vernetzt über Kontinente für faire Handelsbeziehungen, ökologischen Anbau und das Verbot von Kinderarbeit. Wenn wir nicht auch ein bisschen global denken, dann werden die Probleme auch zu uns kommen“. Neben fair produzierten und gehandelten Produkten spielt für viele Verbraucher auch die nachvollziehbare Herkunft, Saisonalität, ökologische Aspekte oder auch die Identifikation mit der eigenen Heimat bei der Auswahl von Lebensmittel eine immer größere Rolle. Im Landkreis Saarlouis wird man auch hier fündig, beispielsweise auf dem Pehlinger Hof.

Hier werden im Hofladen die selbst hergestellten Produkte angeboten. Oder im Marienhof Gerlfangen, einem Bioland-Bauernhof mit Hofladen. Der wurde von den Lesern der Zeitschrift Schrot&Korn 2018 zum bundesweit besten Bio-Hofladen gekürt.