Wirtschaftsförderung über Grenzen hinweg

Intensive Zusammenarbeit seit fast 20 Jahren

Der Landkreis Saarlouis befindet sich in zentraler Lage in Kerneuropa, er profitiert von seiner Nähe zu Frankreich. Die Kreisstadt Saarlouis geht auf eine direkte Gründung des französischen Sonnenkönigs Louis XIV und seines Festungsbaumeisters Vauban zurück. Nicht nur der Name, sondern auch die Bourbonenlilie im Stadtwappen erinnern noch heute daran. Und auch die wechselvolle Geschichte der letzten Jahrhunderte als „Zankapfel“ zwischen Frankreich und Deutschland Hat ihre Spuren hinterlassen. Das gehört aber längst der Vergangenheit an und heute gilt es mehr denn je, über Grenzen hinweg zu denken und zu wirtschaften. Die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Untere Saar mbH

(WFUS) des Landkreises Saarlouis verfolgt dieses Prinzip kontinuierlich. Mit der Wirtschaftsförderung der Communauté de Communes du Warndt (CCW) in Creutzwald auf französischer Seite besteht seit fast 20 Jahren eine intensive und freundschaftlich geprägte Zusammenarbeit. Regelmäßig findet ein Informationsaustausch zu wirtschaftsrelevanten Themen wie beispielsweise der Vermarktung von freien Gewerbeflächen, grenzüberschreitenden Geschäftsbeziehungen, Ansiedlungsfragen oder Personalrekrutierung für Unternehmen statt. Gemeinsam suchen beideWirtschaftsförderungen nach Möglichkeiten, grenzüberschreitende Projekte zu initiieren, um damit einen Teil der vom französischen Staat für die Region „Grand Est“ bereitgestellten Fördergelder – 737 Millionen Euro alleine nur für Lothringen in den nächsten fünf Jahren – für gemeinsame Ziele nutzen zu können. Aktuell ist man auf der Suche nach einer konkreten Unterstützung für eine innovative Firma aus Überherrn.

Beide Seiten möchten dem Unternehmen neue Geschäftsbeziehungen im französischen Markt vermitteln, damit es bei den französischen Nachbarn langfristige Geschäftsbeziehungen aufbauen kann. Geplant sind für die Zukunft spezielle Workshops zu Themen des grenzüberschreitenden wirtschaftlichen Handelns, zum Beispiel für deutsche und französische Handwerksbetriebe aus der Grenzregion.

Herausforderungen und Aufgaben
der Wirtschaftsförderung

Die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Untere Saar mbH (WFUS) spielt eine wichtige Rolle für die lebendige Unternehmenslandschaft in der Region und sie fungiert als Bindeglied zwischen der Kreisverwaltung sowie der gewerblichen Wirtschaft. WFUS-Geschäftsführer Jürgen Pohl im Interview. Herr Pohl, was bedeutet für Sie Wirtschaftsförderung?

Jürgen Pohl: Wirtschaftsförderung ist vor allem „networking“, sie soll „Mittler“ sein zwischen Unternehmen und den regionalen Akteuren, der öffentlichen Verwaltung und den Verantwortlichen auf Landesebene und in den Kommunen. Die Rolle der Wirtschaftsförderung des Landkreises, insbesondere als Partner der Wirtschaft, liegt also auch in der Mediation. Denn die Rahmenbedingungen haben sich geändert und werden sich auch zukünftig verändern. Daher gilt es, die Interessen der Akteure in den Beteiligungsprozessen gleichberechtigt zu berücksichtigen. Sie sprechen die veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen an. Im Landkreis Saarlouis begann man frühzeitig, den Strukturwandel einzuleiten. Aus Ihrer Sicht erfolgreich?

Ja, der Strukturwandel ist gelungen. Der Landkreis Saarlouis zählt zu den wirtschaftlich stärksten Regionen im Saarland. Heute sind neben den beiden industriellen Standbeinen Automobilbau und Automobil-Zulieferindustrie sowie Stahlerzeugungvor allem die Logistikbranche und der Maschinen- und Anlagenbau wichtige Zahnräder im Getriebe der Wachstumsregion Saarlouis. Zukünftig gilt, den vorhandenen Vorteil der Exportorientierung auch in Zeiten drohender Handelskonflikte zu wahren und den Industrie-Standort Landkreis Saarlouis zu sichern. Nun zeichnet sich ein neuer „Strukturwandel“ ab: Industrie 4.0 und der digitale Wandel werden zu massiven Veränderungen in der Wirtschaft und im Leben der Menschen führen. Die Digitalisierung der Arbeitswelt stellt Unternehmen, Verwaltungen und die hier arbeitenden Menschen vor große Herausforderungen. Die Angst vor drohendem Arbeitsplatzverlust durch fortschreitende Prozessautomation in den Unternehmen müssen wir ernst nehmen. Aber bereits in der Vergangenheit haben zunehmende Automatisierungsprozesse in der Wirtschaft zu einer Effizienzsteigerung geführt und so eine kontinuierliche Steigerung der Produktivität ermöglicht. Letztlich wurden damit Arbeitsplätze gesichert und neue Arbeitsplätze in veränderten Arbeitsfeldern geschaffen. Wichtig dabei ist, neben Investitionen in Produktionsmittel und IT-Sicherheit, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mitzunehmen, in sie zu investieren, besonders im Bereich der betrieblichen Fort- und Weiterbildung. Wir sollten den digitalen Wandel auch als Chance begreifen.

Welche Möglichkeiten hat die WFUS um die mittelständische Wirtschaft im Landkreis bei der Bewältigung dieser Herausforderungen zu unterstützen?

Zunächst: Der Mittelstand ist im Herausforderungen und Aufgaben der Wirtschaftsförderung Landkreis Saarlouis im Produktions-, Handels- und Dienstleistungssektor sowie im Handwerk hervorragend aufgestellt. Er ist innovationsstark, eigeninitiativ und passt sich flexibel den verändernden nationalen und internationalen Märkten an. Die Wirtschaftsförderung des Landkreises steht klein und mittelständischen Unternehmen in Fragen der Unterstützung bei der Fachkräftesicherung, der Kontaktvermittlung im Bereich Technologie- und Wissenstransfer, der Fördermittelberatung oder in Fragen der Betriebsnachfolge beratend zur Seite.Damit stärkenund sichern wir die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft dieser Unternehmen.

  • Website: www.wfus.de
  • Tel:   +49 6831 444 2002
  • Fax:  +49 6831 444 2006
  • Gesellschaft für
    Wirtschaftsförderung
    Untere Saar mbH
    Rathausplatz 1 (Neues Rathaus)
    66809 Nalbach
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Engagement für den Standort

Kompetenter Ansprechpartner für
die Wirtschaft und die Kommunen

Der Landkreis Saarlouis bietet hervorragende Perspektiven für den unternehmerischen Erfolg. Einen nicht unerheblichen Anteil daran hat die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Untere Saar mbH (WFUS). Zu ihren Aufgaben gehören u.a. die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Wirtschaft aber auch die Durchführung von Projekten und Einzelmaßnahmen, die die Wirtschafts- und Sozialstruktur des Landkreises Saarlouis sichern helfen. Die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung berät kleine- und mittelständische Unternehmen (KMU) unter anderem bei der Umsetzung von Maßnahmen zu ihrer Standortsicherung und -entwicklung, insbesondere bei der Koordination von behördlichen Genehmigungsverfahren. Auch in Fragen der Betriebs- und Unternehmensnachfolge sowie – gemeinsam mit dem Arbeitgeberservice beim Jobcenter Saarlouis und der Arbeitsagentur – in der Sicherung mit Fachund Führungskräften steht die Wirtschaftsförderung KMUs beratend zur Seite.

Dabei ist das Hauptziel der WFUS klar definiert: Die Sicherung bestehender und die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung unterstützt darüber hinaus die 13 kreisangehörigen Kommunen und das Land bei der Vermarktung von Gewerbeflächen und–immobilien im Landkreis. Der regionalen Wirtschaft hilft WFUS bei der Suche nach geeigneten gewerblichen Flächen und Immobilien, insbesondere Ladenlokalen, Büros und Lagerhallen. Mit vielfältigen Beratungsangeboten und durch Fach– und Informationsveranstaltungen will die WFUS auch den Unternehmer- und Gründergeist stärken. Sie fördert zusätzlich Kooperationen zwischen Unternehmen und saarländischen Hochschulen. Ihre Aufgaben erfüllt die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung als zentraler, interkommunaler Ansprechpartner und Dienstleister für die Kommunen, dem Landkreis und der regionalen Wirtschaft.